Wie bereits aktuell auf diesem Blog berichtet wurde, soll es einem der beliebtesten Markenmaskottchen, dem CHARMIN-BÄR, an den Pelz und seinem Produkt ans Papier gehen. Machen Sie mit bei einer einzigartigen Rettungsaktion für den Charmin-Bär und das vielleicht beste Toilettenpapier, das es je in Deutschland zu kaufen gab. Lest die Infos und unterstützt unsere Aktion hier und in den Foren im Internet!
Hintergründe und Fakten
Der amerikanische Konzern und Konsumgüter-Riese Procter & Gamble – kurz P&G – verkaufte bereits 2007 sein gesamtes Tissue-Geschäft (Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Küchenrollen etc.) an den schwedischen Konzern Svenska Cellulosa Aktiebolaget - kurz SCA - und die Lizenzen für Produktion und Vertrieb in Westeuropa.
Darunter zählten die bekannten globalen Marken wie CHARMIN und BOUNTY, sowie die regionalen Marken TEMPO und BESS. Grund waren die im Vergleich zum amerikanischen Markt zu geringen Gewinne, die in Westeuropa mit den Papierprodukten erzielt wurden und das, obwohl z.B. Charmin auch in Deutschland eine echte Erfolgstory schrieb.
Mit den Dimensionen in Amerika konnte Charmin natürlich nicht mithalten, wohl aber mit der Konkurrenz in Deutschland. 2002 eingeführt, schaffte es das „samtweiche und bärenstarke“ Toilettenpapier, mit Hilfe eines geschickten Marketings und knuffigem Comic-Sympathieträger per Hechtsprung aus dem Stand auf einen Marktanteil von 5,5 %.
Zu dieser Zeit lag der lang etablierte Marktführer Zewa bei einem Marktanteil von 8,2%.
Zewa contra Charmin
Konkurrenz soll ja angeblich das Geschäft beleben. In diesem Fall sieht es eher so aus, als hätte Zewa da noch eine alte Rechnung zu begleichen, zumal die gegenwärtigen Anstrengungen beweisen, dass Zewa sich eher auf seinem alten Ruhm auszuruhen gedenkt, anstatt mit Siegerqualitäten zu glänzen.
Der Markenkonzern SCA Hygiene Products hat nun im April 2009 mit einer großangelegten Kommunikationsoffensive via´ TV und Printmedien die Phase seiner Neupositionierung eingeläutet. Erstes prominentes Markenopfer ist Charmin, eines der hochwertigsten und populärsten Toilettenpapiere, für das bisher der, vor allem bei Kindern beliebte, Charmin-Bär Pate stand. Charmin’s Abgang wurde zunächst seit Anfang April 2009 als aufwändige Werbekampagne im Fernsehen und erstmals mit lokalen Plakataktionen als Umzugsankündigung zu Zewa vorbereitet. Geplant sei jedoch, die Marke Charmin allmählich ganz vom deutschen Markt verschwinden zu lassen.
Zewa Soft wird derzeit zur Dachmarke ausgebaut, eine Frage der Zeit also, bis der jetzt schon eher versteckt gehaltene Charmin-Bär ganz von der Packung verschwindet.
Die Abschiebung des Bären kostet Arbeitsplätze
Procter & Gamble erhält für den Verkauf der Marken 512 Millionen Euro in bar.
Der geschätzte Jahresumsatz dieser Sparte betrug rund 500 Millionen Euro.
Bei der schwedischen Firma Svenska Cellulosa werden die angeblich altbewährten “Zewa“-Produkte bereits produziert. Die „missglückten Chargen“ landesweit überteuert verkauft.
Vom geplanten Stellenabbau sind in Deutschland zwei Werke in Witzenhausen und Neuss betroffen. Die offizielle Meldung dazu vom 27.10.2008: SCA-Hygineprodukte,Witzenhausen: 65 von 200 Stellen sollen abgebaut werden!
Die Aufregung in Foren und Communities spaltet Deutschland in 2 Lager. Die einen stehen dem Engagement für eine Klopapiermarke (!) kopfschüttelnd und ablehnend gegenüber, die anderen wissen, dass es hier nicht nur um Klopapier und Tierschutz geht…
Charmin ist eben nicht Opel, wo Tausende Arbeitsplätze und des Deutschen liebstes Statussymbol -das Auto- dranhängen, hier geht es lediglich wohl nur um ordinäres Klopapier, einen pummeligen Bärengreis und läppische 65 Existenzen.
Wie soll eine „Solidargemeinschaft Deutschland“ im Großen funktionieren, wenn sie im Kleinen schon versagt?
Die Tempo-Strategie
Der ursprünglich deutsche Markenklassiker Tempo ist um die Produktkategorie Toilettenpapier aufgestockt worden. Die Marke Tempo galt bisher als Zugpferd von Spitzenprodukten im Hygienesektor, speziell bei Papiertaschentüchern.
In Zeiten des Umbruchs und der Verunsicherungen am weltweiten Konsumentenmarkt, sollen nun alte und starke Markennamen ausgebaut werden und den Käufern das Gefühl von Vertrauen, Dauerhaftigkeit und Sicherheit zurückgeben.
Das Vorhaben klingt zunächst plausibel, innovativ – ja fast schon ehrenwert, wenn es darum geht, beliebte deutsche Marken vor dem Untergang zu bewahren, die tief im traditionellen Bewusstsein der Menschen hierzulande verwurzelt sind. Allerdings stehen die Deutschen dem Ergebnis nicht um jeden Preis unkritisch gegenüber. Hinter dem Namen muss auch die altbewährte Qualität stecken, um die Käufer letztendlich wieder überzeugen zu können.
Die Welt ist zu groß, modern und grenzenlos geworden. Spitzenprodukte aus anderen Ländern beweisen, dass man durchaus sehr gute Qualität auch zum kleineren Preis haben kann. Was also sollte ausgerechnet in wirtschaftlichen Krisen wie diesen die Menschen dazu bewegen, sich mit Weniger zu begnügen? Wer mit seinen angepriesenen Produkten Traditionsbewusstsein, Stolz und Moral der Kunden herauskitzelt, sollte auch in der Lage sein, seine Versprechungen unbedingt erfüllen zu können, ansonsten könnte der freie Fall drohen. Der Kunde wird immer der König bleiben und letztendlich über „Leben und Tod“ entscheiden, auch wenn das Kräfteverhältnis manchmal unausgewogen scheint.
Dieser Tatsache sollten Hersteller niemals unehrlich, hinterlistig und feindselig gegenüberstehen. Der Absatzmarkt ist ein Kampf, der nicht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden sollte, denn merke: der Kunde ist nicht dein Feind, sondern dein Freund!
Mit „TEMPO“ und einem klugen Management könnte das klappen und offensichtlich ist der Konzern bereit, viel Energie und Geld in die Umsetzung seines Konzeptes zu investieren:
„Die Neuausrichtung unseres Portfolios ist uns die Verdopplung unseres Budgets wert“, erklärte dazu der SCA Marketing Manager Jochen Sendelbach.
Charmin made in U.S.A
Das beste Beispiel für ein Spitzen-Markenprodukt, das auf den ersten Blick nicht im Preiswert-Segment angesiedelt war und die Käufer in Deutschland zunächst nur wegen überragender Qualität überzeugt hatte, war Charmin - und CHARMIN WAR KEIN DEUTSCHES PRODUKT, dafür aber saugut! bärenstark!
Ohne Frage, dass am Vermarktungserfolg auch der drollige Charmin-Bär einen großen Anteil hatte, wurden in die deutschen Werbekampagnen durch Procter&Gamble ab 2002 ja auch Millionen gepumpt. Dennoch war in erster Linie die Qualität ausschlaggebend und die Tatsache, dass das Produkt sein Werbeversprechen tatsächlich hielt! Letztendlich war es ein über 6 Jahre gewachsenes Vertrauensverhältnis, das die Symbiose des Bären mit seinem Papier einschloss! 6 Jahre sind in der Historie eines Produktes keine Sensation in der heutigen Halbwertzeit jedoch sehr wohl und immer gemessen am Vertrauenspakt zwischen Produkt und Kunde. Außerdem hatte Charmin seine traditionsreiche über 70jährige Erfolgsgeschichte ja schon geschrieben – vor 2002 eben nur nicht in Deutschland, sondern in Amerika.
Charmin made by Zewa
Seit nun etwa 4 Wochen ist er also umgezogen –der Charmin-Bär- zu „Zewa soft samtstark“ und exakt genauso lange hagelt es Beschwerden und reihenweise Schelte von unzufriedenen und verärgerten Kunden. Denn wie sich herausstellt, scheint nicht mehr Bär drin zu sein, wo Bär drauf ist, obwohl Zewa öffentlich und hartnäckig beteuert, dass es sich bei dem jetzt angebotenen Toilettenpapier um das bewährte Charmin handelt, das mit dem exakt gleichen Verfahren hergestellt wird.
Im wahrsten Sinne des Wortes: Wer verscheißert hier eigentlich wen?
Die Charmin Bären Community
In der Charmin Bären Communty, die von den Betreibern eigentlich dazu gedacht war, das die Charmin-Fans ihren Charmin-Bären bei seinem „Umzug“ unterstützen und ihm gut zureden, dass er sich schnell an sein neues Zuhause gewöhnt, sind inzwischen über 60 Seiten vorwiegend herbe Kritik eingegangen und der Ruf nach einer Rettungsaktion für den Charmin-Bären und das bewährte Papier wird immer lauter.
So schrieb erst heute Prof. Julius Ester u.a. zu den Leserbriefen auf der Charmin-Webseite:
„…Es ist natürlich ein genialer Schachzug der schwedischen SCA, die kritischen Meinungen auf dieser Seite zu konzentrieren. Damit wird ihnen die geringst mögliche Öffentlichkeit geboten. Die Kritiker bleiben unter sich. Also - raffen Sie sich auf und gehen Sie in andere Foren, nur dann erzielen wir mit unserer Kritik vielleicht Wirkung. Bären - Fans vereinigt Euch!”
Und der Leser Martin Hammer reagiert darauf und schreibt:
„Das Kartellamt hat die Übernahme noch nicht genehmigt. Wenn Ihr also nicht nur jammern, sondern auch etwas bewegen wollt, überschwemmt das Kartellamt mit Beschwerden.
Außerdem sollten alle ZEWA Produkte boykottiert werden. Ruft Eure Freundinnen, Frauen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen, Verwandte und alle Communities in denen Ihr bloggt auf, ZEWA eine Lektion zu erteilen. Mal sehen, ob ZEWA dann nachdenklich wird. Der Charmin Bär muß leben.“
Rettet den Charmin-Bär!
Der Werbe- und Marketing Blog http://blog.wildefreunde.de bietet bei der Rettungsaktion nun seine Hilfe an und hat in der Charmin Bären Community einen Brief veröffentlicht, der sich nicht nur mit Fragen ans Management richtet, sondern auch um eine offizielle Stellungnahme zu den dort veröffentlichten Vorwürfen bittet. Eine mögliche Beschwerde ans Bundeskartellamt, so wie sie Herr Martin Hammer vorgeschlagen hat, wird derzeit geprüft und vorbereitet.
Liebe Charmin-Freunde!
Unterstützt unsere Protestaktionen gegenüber Zewa und unsere Bemühungen für die Rettung des Charmin-Bären und der bewährten Charmin-Qualität. Macht Eurem Unmut Luft und bombardiert die Verantwortlichen bei Zewa und SCA mit Eurer Kritik!
Diskutiert mit und hinterlasst Eure Kommentare in unseren Blog-Beiträgen, in der →Charmin Bären Community
bei →webnews →yigg oder →shortnews !
Wir halten Euch weiterhin auf dem Laufenden!
Charmin-Fans vereinigt Euch!

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geschrieben von: Birgit Klawonn


















