Der Ministerpräsident Kanadas, Stephen Harper, kündigte für den 11. Juni 2008 eine Rede vor dem Parlament an, in der sich die kanadische Regierung in einer historischen Rede bei der indianischen Bevölkerung für das erlittene Leid vergangener Jahrzehnte entschuldigen möchte.
Die indianischen Ureinwohner wurden über Jahrhunderte in christlichen Schulen missioniert und in deren Normen gezwungen. Vom 19. Jahrhundert an bis in die späten 70iger Jahre wurden indianische Kinder immer wieder Opfer von Gewalt, Misshandlung und Missbrauch. So versuchte man ihre Kultur und Sprache auszurotten, ihnen christliche Normen aufzuzwingen und ihren Kulturstolz zu brechen. Man stahl ihnen ihr Land, ihre Würde, ihr Leben und die ihnen zugebilligten Reservate wurden Jahr um Jahr verkleinert.
Kanada folgt damit dem Beispiel Australiens und will ein Zeichen in Richtung Aussöhnung gehen. Man fragt sich, warum ausgerechnet jetzt der historische, längst überfällige Akt der öffentlichen Schuldbekennung durch die Regierung stattfinden soll. In 2 Jahren richtet Kanada die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver aus. Wie jetzt bekannt wurde, planen die Natives umfangreiche Protestaktionen, um eine breite Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Dabei sind Gleisblockaden und massive Störungen des Flugbetriebes nicht ausgeschlossen. Eine schlechte Publicity für ein Land, dass verstärkt den Europakonsens sucht und mitten im Ausbau seiner politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa steht.
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geschrieben von: Birgit Klawonn


















