Der Sommer hat schon einen kurzen Vorgeschmack auf sonnige Aussichten 2008 gegeben. Mit dem Beginn der Sommerferien kommt sie wieder - die Urlaubszeit des Jahres. Aber nicht nur Kindern werden lange Autofahrten an das Urlaubsziel schnell langweilig. Nicht richtig vorbereitet auf die Tücken kindlicher Bedürfnisse, kann der Trip in die Erholungsoase zum Höllentrip für Fahrer und Mitfahrer werden. Mit ein paar nützlichen Tipps und Tricks läßt sich die viel gefüchtete Kinderfrage: “Wann sind wir endlich da?” vermeiden.
Foto: ©Klawonn
Bedenken Sie zunächst, dass Sie unter Umständen für viele Stunden auf engstem Raum zusammen „eingesperrt“ sind, was Unbehagen und Aggressionen hervorrufen kann. Appellieren Sie mit Liebe an Rücksichtnahme auf den Fahrer und gegenseitige Achtung aller. Versuchen Sie nicht in dieser Zeit alle aufgestauten Familienprobleme zu besprechen oder zu lösen. Fahren Sie nicht los, wenn Sie Groll hegen oder Unausgesprochenes mitfährt.
Zu vermeiden gilt es, die Kinder in die zumeist hausgemacht-stressigen Urlaubsvorbereitungen einzubeziehen. Arbeiten Sie gemeinsam einen Urlaubsplaner aus. Teilen Sie mit Ihren Kindern die Vorfreude und verteilen Sie dem Alter entsprechend kleinere Aufgaben, die die Kinder allein bewältigen können. Erklären Sie Ihrem Kind genau wohin es geht und wie lange Sie bis ans Ziel voraussichtlich brauchen werden. Unklug, wer die Kinder mit Versprechungen lockt, deren Einlösung Sie zeitlich nicht beeinflussen können. Bei unvorhergesehenen Ereignissen, wie z.B. Stau oder Autopanne, schüren Sie die Ungeduld der Kinder nur unnötig.
Lassen Sie den automatischen Verkehrsfunk eingeschaltet, um vorbereitet und rechtzeitig über Hindernisse informiert zu sein und gegebenenfalls ausweichen zu können. Abgesehen von den obligatorischen Pausen mit kurzer Bewegung an der frischen Luft, zum Verrichten menschlicher Bedürfnisse oder Essenspausen, ist es wichtig, die Kinder immer wieder abzulenken, aufzumuntern und eine harmonische Atmosphäre im Auto zu gestalten. Das kann nicht nur überlebenswichtig für den Fahrer und seine Leistung sein, Sie geben damit den Auftakt in eine wirklich schöne und entspannende Urlaubs- und Familienzeit und tragen dazu bei, dass Sie sicher und gut gelaunt am Ziel ankommen.
Denken Sie sich für die Fahrt kleine auflockernde Spiele aus, die die Kinder zum Mitmachen und Nachdenken animieren. Ausgewählte kleine Lieblingsspielsachen, die auch für den Gebrauch während der Fahrt tauglich sind, gehören an den Mann, nicht im Kofferraum verstaut. Vermeiden Sie dabei geräuschintensive Spiele, die den Fahrer nerven und dessen Konzentration beeinträchtigen könnten. Oftmals bewährt haben sich auch Hörbücher mit lustigen Kindergeschichten oder CD’s mit den Lieblingsmusiken der Familie.
Machen Sie die Kinder während der Fahrt auf Sehenswürdigkeiten oder interessante Blickpunkte aufmerksam. Erwecken Sie das Interesse Ihrer Kinder für ihre Umwelt. Beleben Sie Diskussionen darüber und beantworten Sie die Fragen Ihrer Kinder geduldig und so gut Sie können. Nutzen Sie die Pausen, um auch ein paar Fotos zu machen, die die Fahrt dokumentieren. Setzen Sie für das richtige Beantworten von Fragespielen kleine Belohnungen in Form von Gummibärchen & Co aus, aber achten Sie auf gerechte Verteilung (Trostnaschis) und stopfen Sie Ihre Kinder nicht mit zuviel Süßem voll, denn der Zucker mobilisiert die Kinder noch mehr. Immer genügend zu Trinken bereithalten ist oberstes Gebot, egal wie oft Sie zwischendurch zur Toilette anhalten müssen!
Folgende Spiele eignen sich gut als kleine Grips-Gymnastik für unterhaltsame Autostrecken:
Ich sehe was, was du nicht siehst
Der Reihe nach darf sich ein Spieler gedanklich einen Gegenstand, der sich im Auto oder an den Familienmitgliedern befindet vormerken und diesen dann mit den Worten „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ beschreiben. Zuerst Farbe, Form, Eigenschaften u.s.w. Die anderen raten an Hand der Attribute, um was es sich dabei handeln könnte. Der Gegenstand sollte dabei immer im Blickpunkt aller liegen und keine verändernden Dinge, wie vorbeiziehende Häuser oder dergleichen sein. Wer zuerst richtig rät, hat gewonnen und darf den nächsten Gegenstand beschreiben.
Promi-Raten
Denken Sie sich eine berühmte Persönlichkeit aus, die alle kennen. Die anderen müssen sich nacheinander durch Fragen an diese gesuchte Person herantasten. Beantworten Sie die Fragen nur mit JA oder NEIN. Wer ein Ja auf seine Frage bekommt, darf so lange weiterfragen, bis er falsch geraten hat. Wer die Person errät, darf sich als nächstes eine ausdenken oder ein neues Spiel bestimmen.
Satzbau
Im langsamen Verkehr können Sie die Kinder mit den Autokennzeichen der anderen Fahrzeuge ablenken. Versuchen Sie mit den Buchstaben möglichst witzige Sätze oder Wortgruppen zu bilden.
z.B. L-JB 1985 : Luchse jagen Beute oder Lemminge jammern böse
Nonsens dichten
Jeder darf sich ein beliebiges Tier ausdenken, dem er einen Namen vergibt und dann damit einen möglichst absurden Reim bildet
z.B. Der Affe Heinz fährt zum Karneval nach Mainz
Dingsda
Sehr beliebtes Spiel bei Kindern. Zwei Spieler beraten sich und suchen sich gemeinsam einen Gegenstand aus, den sie abwechselnd beschreiben, ohne dabei zu verraten, um was es sich handelt. „Mein Dingsda kann manchmal rot und manchmal grün aber auch gelb sein…..Mama verwendet es in der Küche, aber Papa mag es nicht so gern…..(z.B. Paprika)“ Wer errät darf sich einen Mitspieler aussuchen und weitermachen.
Für viele Kinder haben Fahrt- und Fahrgeräusche auch eine einschläfernde Wirkung, der Sie nachgeben sollten. Wichtig: immer angeschnallt bleiben, auch wenn’s noch so unbequem wird! Für Kinder in Babyschalen oder Kindersitzen kein Thema, aber gerade die Halbwüchsigen erfinden allerlei Spitzfindigkeiten, um sich „nur mal kurz“ abschnallen zu dürfen. Das ist oft das sicherste Zeichen für eine Fahrpause. Empfehlenswert sind Rastplätze mit Spielplatz, auf denen die lieben Kleinen sich kurz müde toben können. Dehnen Sie aber die Pausen zu lange aus, wird das Ziel immer länger und die Fahrt immer zäher. Bekommen Sie ein Gefühl dafür und nutzen Sie Ihre bereits gemachten Erfahrungen, dann fängt der Urlaub nicht erst am Ziel, sondern schon auf der Fahrt dorthin an.
Gute Reise und einen wunderbaren, erholsamen Urlaub!
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geschrieben von: Birgit Klawonn


















