Das World Wide Web hat im Laufe des letzten Jahrzehnts schier unüberschaubare Dimensionen erreicht. Gut 2/3 aller deutschen Haushalte verfügen nach neuesten Statistiken in Deutschland inzwischen über einen Internetanschluss, die Hälfte davon nutzt davon bereits einen schnellen Breitband-Anschluss. Innerhalb der Europäischen Union liegen die Deutschen damit weit über dem Durchschnittswert. Dabei bildet die Gruppe der 16-24jährigen, sowohl bei den Männern, als auch bei den weiblichen Usern, die größte Gruppe der Internetsurfer. Gerade die junge Klientel aber geht im Umgang mit seinen persönlichen Daten recht locker um.
Dank vielfältiger Möglichkeiten z.B. in Studenten- und Schülerplattformen, Chaträumen, Verkaufs- und Tauschbörsen, Freizeitforen etc, erfreuen sich Communities wachsender Beliebtheit. Erst seit dem publik werden der Philosophien und Arbeitsweisen derartiger Portale, steht nun auch die Jugend diesen Internetangeboten wohl etwas hellhöriger und kritischer gegenüber. In dieses Thema reiht sich gerade die jüngste Diskussion um den wohl bekanntesten Studententreff „studi.vz“ ein. Strategien und Absichten derartiger Portal-Betreiber zeigen, wie schnell ganz private Daten verkauft und damit missbraucht werden könnten. Der arglose Nutzer am heimischen PC kann damit schneller als ihm lieb ist, ein unerfreuliches Zerrbild seiner Person ungewollt an Dritte vermitteln. Der Verkauf von derartigen „Nutzerprofilen“ an interessierte Kunden, ist kein Zukunftsszenario, sondern indirekt bereits in vollem Gange.
Das Kuriose daran ist, wie aktuelle Untersuchen zeigen, dass gerade Fortschritt und Technik der Mediennutzung zu einem Rückgang von sozialen Kontakten führt, Anonymisierung auf dem Vormarsch zu einer vereinsamenden Individualität führt – im WWW jedoch wieder der Anschluss an die Gemeinschaft gesucht wird. Aus der vermeintlichen Anonymität heraus, setzt sich das evolutionsbedingte Bedürfnis nach Austausch und privater Nähe schließlich doch wieder durch, was hier jedoch zu einer mitunter gefährlichen Vertrautheit führt. Denn diese Vertrautheit entbehrt ganz entscheidende Signale, ohne die ein Mensch dem anderen niemals eine solche bedingungslose Intimität, oder vertrauliche Informationen, bereitstellen würde: den direkten Kontakt mit Mimik, Körpersprache und chemischen Reizen.
Die Schwammigkeit und Lücken der hinterherhinkenden Gesetzgebung bieten vor den Projekten „Gläserner Mensch“ keinen ausreichenden Schutz. Das Online-Unternehmen ReputationDefender.com bietet schon seit einiger Zeit mit seinen Angeboten Hilfe an und beseitigt „Jugendsünden“ aus dem WWW. Mittels Suchmaschinen wird das weltweite Netz nach rufschädigenden Einträgen durchgekämmt und kann diese bei Bedarf auch entfernen.
Der erste Schritt, die gründliche Suche nach personenbezogenen Einträgen, wird durch ein hierfür eigens entwickeltes, automatisiertes Verfahren professionalisiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Suchmaschinen recherchiert das Online-Unternehmen zusätzlich auf Social-Community-Seiten, da diese viel über die eigene Identität in Form von Bildern, spontanen Postings oder unbedachten Blogeinträgen bekannt geben. Verwechslungen mit Namensvettern können ausgeschlossen werden, da ReputationDefender für den SEARCH-Vorgang eine so genannte rekursive Technologie entwickelt hat, bei der die Ergebnisse mehrerer Suchdurchläufe solange miteinander abgeglichen werden, bis ein vollständiges und stimmiges Profil der gesuchten Person entstanden ist. Die Resultate des SEARCH-Verfahrens erhält der Auftraggeber in einem monatlichen Report.
Einen Haken hat das Ganze dennoch, denn grundsätzlich gilt, dass Einträge und Kommentare, die der Meinungs- und Pressefreiheit unterliegen, nicht gelöscht werden. Kommt es in diesem Fall zu Beleidigungen oder Verleumdungen, hilft nur der Weg zum Anwalt, was jeder Kunde für sich selbst entscheiden muss.
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geschrieben von: Birgit Klawonn


















