Am 22.09.08 hat der Kalender es verkündet: vor 4 Tagen begann der astronomische sprich kalendarische Herbstanfang, den meteorologischen Beginn der bunten Jahreszeit ertragen wir tapfer bereits seit 1. September. Weltfriedenstechnisch also der Tag, an dem man sich versöhnlich mit den Unbilden des Lebens zeigen sollte – so auch mit dem Wetter, der kalten Jahreszeit, die da nun unweigerlich auf uns zurollt und vor allem die Dunkelheit, die es nun zu ertragen gilt. Tendenziell ist dabei zum Herbst ein jährlicher Anstieg an Depressionen zu verzeichnen.
Psychologisch ist es so gesehen ein feiner Schachzug der Schokoladenindustrie just in der ersten Septemberwoche den Startschuss für den bundesweiten Lebkuchenverkauf zu starten. Denn was besänftigt, beruhigt und befriedigt die Mehrheit von uns mehr als Schokolade, wenn ich zuweilen meinen besten Freundinnen Glauben schenken will. In Kombination mit dem saisonbedingten Federweißer, an Murmeltiertagen gern auch Glühwein, nicht die schlechteste Alternative, für den nun bald benötigten Winterspeck zu sorgen.
Spätestens aber wenn wir aus dem Fenster schauen oder das Haus verlassen ist sie da, die Gewissheit, dass der Herbst regiert! Für uns Frauen stellt sich mit dem viel zu dünnen Jäckchen, mit dem wir uns dieser Tage allmorgendlich auf den Weg zur Arbeit machen, zunächst der erste Schock ein: wir haben nix anzuziehen! Schock sage ich vor allem deshalb, weil es im Moment des Bewusstwerdens ja schon wieder viel zu spät ist, eine trendgerechte „Übergangsjacke nachzukaufen“ – denn die gab es ja schon im Sommer und ist zumindest in den gängigen Größen und schönen Modellen längst vergriffen.
Der zweite Schock kommt dann abends vor der heimischen Glotze, wenn die Heizung mit einem kecken Rülpser, auf dem ein gleichmäßiges Glucksen und Plätschern folgt, die eisernen und eigenen Rippen kalt bleiben. Heizung entlüften heißt das Zauberwort und wehe dem, der da erst auf den männlichen Sondereinsatz ob Ehemann oder Hausmeister warten muss. Dem gegenüber kann Frau sich übrigens mit dem äußerst praktischen „Picobello“ wappnen. Ein Wunderwerk der simplen Technik mit großer Wirkung für wenig Geld und ohne, dass nach dem Entlüften gewischt oder gar gemalert werden muss. Momentan erhältlich von Wenko bei Quelle.
Die Tage werden jedenfalls von nun an nicht nur kälter, sondern auch kürzer. Wer hätte da gedacht, dass die Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers ausgerechnet im Herbst sein Optimum erreicht? Ich betrachte es mal als letztes Aufbäumen, bevor man im Winter bei Kerzenschein und Glühwein Berge von Bücher verschlingen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, sich zu wenig an frischer Luft bewegt zu haben. Obwohl ich ja für lange Spaziergänge in unberühter Schneelandschaft immer zu begeistern bin, stehen die Chancen wettertechnisch in dieser Region ziemlich schlecht. Aber just heute erfuhr ich von meiner Nachbarin, dass es laut Bauernregel 100 Tage nach dem ersten Herbstnebel Schnee geben wird. Den ersten Nebel gabs schon vor gut einer Woche, da glaubte ich noch an einen schönen Altweibersommer, ergo gibt es dann wohl weiße Weihnachten!
Folgt man übrigens einer repräsentativen Forsa-Studie, die von der DAK 2007 in Auftrag gegeben wurde, haben die meisten Deutschen keine Probleme mit der Zeitumstellung, weder zur Sommerzeit, geschweige denn zur Winterzeit. Nur jeder Dritte benötigt demzufolge höchstens ein bis zwei Tage, um wieder seinen normalen Schlafrhythmus zu finden und körperlich voll auf der Höhe mitzuschwingen. Im Büro hört sich das bei mir allerdings 2x im Jahr ganz anders an und als Rentnerin in ca. 25 Jahren schwöre ich, dieses Problem bestimmt nicht zu thematisieren! Also gehöre ich wohl zu einer bedauerlichen Minderheit, nämlich den 17%, die, wenn sie sich endlich an die eine Zeitumstellung gewöhnt haben, schon wieder der nächsten entgegensehen müssen.
Auf jeden Fall musste ich mich vom Experten Zulley darüber belehren lassen, dass meine dauerhafte Müdigkeit und die Depressionsattacken dieser Tage nichts mit der (nahenden) Zeitumstellung zu tun haben können. Mich hat demzufolge nur der “Herbst-Blues” erwischt! Na wenns weiter nichts ist…
Zugegeben, mein Lamento ist jetzt leicht übertrieben und auf dieses letzte Wochenende im Oktober freue ich mich wirklich diebisch. Denn in der Nacht von Samstag, den 25.10. zu Sonntag, den 26.10.2008 bekommen wir wieder eine Stunde geschenkt! Oder besser gesagt, die geborgte Frühlingsstunde zurück – ohne Zinsen versteht sich. Medizinforscher sprechen bei diesem Ereignis von einem „Fest für den Biorhythmus“, da dieser nicht wie vermutet 24h, sondern aus bisher nicht erforschten Gründen in 25h verläuft und somit der Tag der Umstellung auf die Winterzeit der einzige Tag ist, der mit unserem Körper biologisch sprich konform verläuft. Aus Gründen der Verkehrssicherheit soll übrigens eine ganzjährige Umstellung auf Sommerzeit viel sinnvoller sein, aber diese Vorstellung war unserem Bundestag im Dezember 2007 wahrscheinlich zu liberal.
Eingeführt in Deutschland 1980 um Energiekosten zu senken, „erfreut“ sich die Zeitumstellung wachsender Unbeliebtheit. Das Ziel, die Regelung deutschlandweit zu kippen, war noch nie so nah wie im April diesen Jahres, als per Eilantrag das Bundesverfassungsgericht über die weitere Verfahrensweise entscheiden sollte. Hierzu gab es Ende 2007 einen Antrag im Deutschen Bundestag, den die Grüne Bundestagsfraktion unterstützt hat. Größte Gegner, wie der Bauernverband und die Gewerkschaft der Lokführer, die als Kläger auftraten, mussten dennoch eine Schlappe hinnehmen. Denn mit dem Vereinigten Europa ist die Sommerzeit-Richtlinie 2000/84/EG über eine einheitliche mitteleuropäische Sommerzeit in Kraft getreten und gibt eine komplizierte Rechtslage vor, die einen nationalen Alleingang schwierig macht. Nun ist es an der Zeit und Aufgabe der Bundesregierung, sich auf der EU-Ebene für die Abschaffung der Zeitumstellung stark zu machen. Bis dahin werden wir also weiterhin mit den Vor- und Nachteilen der Zeitumstellung zu leben und zu kämpfen haben.
Für alle, die sich die Regeln der Zeitumstellung einfach nicht merken können, sei hier noch einmal der generelle Grundsatz aufgestellt:
Für die Winterzeit (Normalzeit) gilt:
Die Zeitumstellung findet immer am letzten Sonntag im Oktober statt.
Um 3:00 Uhr wird die Uhr um eine Stunde auf 2:00 Uhr zurückgestellt.
→ das bedeutet im Klartext :
Die Nacht ist eine Stunde länger, es wird uns eine Stunde „geschenkt“. Die Nacht der Umstellung auf Winterzeit ist in der Regel die Nacht, auf die sich alle freuen…
Für die Sommerzeit gilt:
Die Zeitumstellung findet immer am letzten Sonntag im März statt.
Dabei wird um 2:00 Uhr die Uhr um eine Stunde auf 3:00 Uhr vorgestellt.
→das bedeutet im Klartext:
Die Nacht ist eine Stunde kürzer, es wird uns eine Stunde „geklaut“. Die Umstellung auf Sommerzeit ist für die meisten von uns also die gefürchtete Variante.
Der nächste Termin für die Umstellung auf die Winterzeit ist in der Nacht von Samstag, den 25.10.2008 zu Sonntag, den 26.10.2008!
Kommen Sie gut durch durch die 3. /4. und 5. Jahreszeit ! Termin für die nächste Sommerzeit ist Sonntag, den 29.03.2009.
↔Hier gibts Tipps, wie Sie die Zeitumstellung besser verkraften
↔Hier gibts Tipps gegen den Herbst-Blues
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geschrieben von: Birgit Klawonn


















