Es ist soweit: Leipzig hat seinen ersten Starbucks! Heute am 6.10.2008 stürmten die Leipziger das hier so lang ersehnte amerikanische Kultcafe´ und orderten „ausgedurstet”, teilweise in Schlange anstehend, ihre Macchiatos und Frappucinos. Leipzig bekam damit die 1. im Osten (von Berlin und Potsdam mal abgesehen) und die 133. Filiale in Gesamtdeutschland, dabei ist die Tendenz zum Ausbau des deutschen Starbucks-Netzes weiterhin steigend.
Hinter dem Tresen und der Kasse war man am Brühl mit 6 Mann/Frau an Personal jedoch auf den Ansturm gefasst. Bestellen-Bezahlen-Beliefern liefen reibungslos im System ab, zumindest zur Mittagshochzeit 12.45 Uhr, als ich, freudig in Erinnerungen an meinen zurückliegenden Torontoaufenthalt schwelgend, meinen Caramel Macchiato (Vanillesirup, Espresso und aufgeschäumte Milch verfeinert mit echtem Karamel-hmmmmm!) entgegennehmen durfte. Die räumlich begrenzten Sitzplätze im Erdgeschoss waren zu der Zeit ständig ausgefüllt, aber im großzügigen Obergeschoss fand sich hier und da noch ein Plätzchen. Dabei kann man wählen zwischen lauschigen Kuschelsitzen in gemütlichen Lounge-Sesseln oder den Amerika-üblichen Fenster-in-Plätzen mit Frontalblick auf das outside-Leben. Die ganz Hartgesottenen nahmen heute auch mit dem Freisitz zum Brühl vorlieb, obwohl die Wetterfee ihren grauen Mantel einfach nicht ablegen wollte und stoisch Nieselregen schickte. Freisitze bei Starbucks sind durchaus nicht üblich und tragen dem hiesigen Straßen-Cafe-Charakter Rechnung. Der Sachse liebt es eben gewohnt gemütlich und Leipzig wächst besonders an seiner Cafe’- und Kneipenkultur, die diese Stadt neben seiner historisch wertvollen Kulturlandschaft so liebenswert für Studenten, Geschäftsreisende und Rentner gleichermaßen macht.
Egal ob Starbucks-Kunde oder zufälliger Passant, heute durfte in der Nikolaistraße am Glücksrad gedreht werden und Kaffeeproben, Schokolade oder Mugs wechselten in kindlich-freudiger Erregung ihre Besitzer.
Weniger erfreulich sind allerdings die Starbucks-Preise, die den „kleinen Mann” mit Sicherheit auf Abstand halten werden. Aber wie schon ausführlich diskutiert und behandelt: Starbucks ist nicht nur ein Kaffeehaus, Starbucks ist ein Lebensgefühl und Lebensgefühle sind subjektiv und nicht unbedingt vom Geldbeutel abhängig. Was mich dennoch verwundert ist, dass 1 zu 1 umgerechnet wurde, was da heißt, „eine Latte” kostet im Dollarland genauso viel, wie hier in Euro. Das nenn’ ich dann ja doch mal eine ziemlich hohe „Überführungsgebühr” oder erklärt man das mal wieder mit den hierzulande angeblich (zu) hohen Gehältern und hohen Ladenmieten? Mein CM kostete in der kleinsten Größe „tall” jedenfalls stattliche 3,70 €, den ich mir dann beim „to-go” nicht nur des stolzen Preises wegen, sondern auch des Genusses huldigend, bis zu Karstadt „einteilte”.
Wer Starbucks ablehnt, ob nun aus Prinzip, weil McCafe, Tchibo oder Coffee Culture (übrigens gleich gegenüber!) angeblich besser schmecken oder man in „Gaffeesachsen” leckeren Kaffee durchaus preiswerter bekommen kann, der wird sich sicher auch nicht für die City-Mugs interessieren. Die unter Sammlern begehrten Starbucks-Tassen mit historischen Stadtmotiven sind limitiert und werden nur solange der Vorrat reicht verkauft. Die klassischen „Starbucks Haferl” mit dem Mermaidlogo dagegen, sind immer zu haben, muten aber auch eher an, wie kleine Blumenvasen mit Recyclehinweis.
6 Jahre sind nun seit der Ankündigung zur Starbucks-Eröffnung in Leipzig vergangen und wie es aussieht, soll bereits Ende Oktober ein zweites Starbucks Coffee House an der Leipziger Uni eröffnet werden. Die offizielle Starbucks-Homepage hält sich mit Bekanntgaben dieser Art offenbar sehr bedeckt. Die heute neueröffnete Filiale in Leipzig, am Brühl 52, scheint im Storefinder jedenfalls noch nicht gelistet zu sein (17.00 Uhr). Da haben die Datenpfleger wohl den Plan verpennt…
Allerdings hat die Website für morgen, den 7.10.2008 unter →Events in Ihrem Coffee House im Rahmen ihres Krimi-Festivals “Coffee & Crime” für ihre Gäste eine kostenlose Lesung angekündigt. Diese Lesung schließt eine Reihe von Lesungen ab, die in Kooperation mit dem Diogenes Verlag seit dem 16. Oktober in neun verschiedenen Städten bei Starbucks stattfanden. In Leipzig will Friedrich Dönhoff morgen mit seiner Lesung aus “Savoy Blues” beweisen, “dass sich Verbrechen wieder lohnt” und Starbucks möchte einmal mehr zeigen,
“…dass es hier nicht nur um Kaffee geht - denn die Starbucks Coffee Houses in der ganzen Welt verstehen sich als „3rd place”. Dieser besondere Third Place ist überall dort zu finden, wo sich Menschen eine Auszeit nehmen und eine Rückzugsmöglichkeit wünschen - kurzum: Einen Platz zum „Wohlfühlen”.”
Starbucks Coffee House Brühl
Brühl 52
04109 Leipzig
- Starbucks Geheimnisse und Kaffeekampf
- GNTM 2008: Geheime Liste der Finalistinnen
- Postwinkel – Wort oder Unwort des Jahres 2008 ?
- “Wrong” by Depeche Mode - einfach nur geil!
- Germany’s next Topmodel - Soundtracks und Songs der 3. Staffel
- Neueröffnung MODE OUTLET Leipzig
- GNTM 2008 Folge 11 - Raquel ist raus und Jennifer mit neuem Look!
geschrieben von: steph


















