Der aktuelle Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst hat die Gemüter erhitzt und war DAS Thema der vergangenen Woche. Im Osten war man von der satten Lohnerhöhung völlig überrascht, da hier niemand schlussendlich damit gerechnet hätte und schon gar nicht so schnell. Im Westen klopfte man sich gegenseitig auf die Schultern, stolz auf die erkämpften Ergebnisse und erleichtert über das Abwenden der 40-Stunden-Woche. Die ursprüngliche Forderung von 8% schien den Ossis von Anfang an, angesichts vielbeteuerter, leerer Kassen, völlig überzogen, mit den insgesamt rund 5,1% kann man deshalb gut leben.
Jetzt, wo sich die Wogen der Euphorie einerseits und die der Empörung andererseits geglättet haben, bleiben dennoch einige Beweggründe stehen, denen man im Ergebnis der Tarifverhandlungen mit gemischten Gefühlen im Osten begegnet, die da wie folgt aussehen:
- Das negative Image der Verwaltungen im Öffentlichen Dienst, das angesichts zwar sinkender doch immer noch sehr hoher Arbeitslosenzahlen in Deutschland nach wie vor das schlechte Gewissen der Angestellten gegenüber der Bevölkerung fördert, verlangt Zurückhaltung in der Meinungsäußerung der Mitarbeiter des öD, sowohl offen, als auch untereinander, obwohl in anderen Branchen weitaus besser verdient wird.
- Zudem wird der Zorn in der Bevölkerung weiter geschürt, denn die Kommunen drohen die erhöhten Personalkosten auf die Gebühren der Bürger umzulegen!
- Unter dem Schreckgespenst Entlassungen, Umsetzungen, Arbeitszeitverkürzungen im Öffentlichen Dienst, das nun in den Ämtern und Verwaltungen der Kommunen wieder umgeht – und ja - an alle außerhalb des öD, die gab und gibt es wirklich (!), wird die Freude über den Geldsegen gedämpft.
- Die immer noch tiefverwurzelte Angst im Bewusstsein der Ossis nach dem Motto „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“ lässt vermuten, dass jeder am Ende doch froh ist, wenn er das Mehr am Ende wirklich im Portmonaise hat. Da werden die gescheiterte Arbeitszeitangleichung und die begünstigten rückwirkenden Zahlungen im Westen als kleineres Übel hingenommen. Der Westen spricht von einer “sozial gerechten Lösung“, was hat ein ostdeutscher Angesteller dem noch entgegen zu setzen?
- Womit sich die ostdeutschen Angestellten auch gleich Asche auf ihr Haupt streuen, damit sie vom Westen nicht wieder den Titel „des ewig nörgelnden Ossis“ verpasst bekommen, den sie nach 18 Jahren „Einig Deutschland“ immer noch nicht wirklich losgeworden sind.
- Der im Verhältnis zum westdeutschen Tarifgebiet relativ geringe Anteil an ostdeutschen ver.di Gewerkschaftsmitgliedern, läßt die Stimmen gegen die erreichten Ergebnisse kleinlauter werden, auch wenn man sich hier schon bewusst ist, dass die Zahl der in Gewerkschaften organisierten Arbeitnehmer in der Historie des Westens zu suchen ist.
- An die gerechte Ost/West Angleichung hat hier im Osten sowieso keiner mehr wirklich geglaubt. Der Mensch, ganz besonders der geborene Ossi, ist ein Gewohnheitstier – er gewöhnt sich eben an alles, erst recht, wenn man ihm 18 Jahre Zeit dazu gibt!
- Tarifverhandlung Öffentlicher Dienst 2008–der Osten wieder hinten dran!
- GGL - George, Gina & Lucy - Little Sushi - Testbericht
- GNTM Tierfreundin Gisele schwingt chemische Keule
- Keinohrhasen nicht nur zu Ostern !
- Germanys next Topmoppel-Sarah muss raus!
- Gina-Lisas Welt! - die eigene WEB-SHOW
- google ist wieder da :-)
geschrieben von: Birgit Klawonn


















